Wer auch immer in den letzten Jahren irgendeine Einschränkung unserer Freiheit , unserer Rechte oder der Vertraulichkeit unserer Daten durchsetzen wollte, war bemüht uns ein Bild des schwärzesten Teufels und der schönsten neuen Welt an die Wand zu malen. Kinderpornographen, Terroristen, Raubmordkopierer, die Amokläufer von Morgen Jeder musste dafür herhalten. Auf der anderen Seite versprach man uns mehr Sicherheit, mehr Effizienz, weniger Kosten und überhaupt alles was wir uns am Ende des Regenbogens vorstellen könnten.
Den Vertretern des Staates (sei es der BKA-Chef, der Innenminister oder die Familienministerin), der Contentindustrie, wie auch den Lobbyverbänden die diese Technologien vertreiben ist dabei jedes demagogische Mittel recht.
"Pornografische Videos, auf denen Kinder gequält und gefoltert werden, werden allein in Deutschland bis zu 50.000-mal im Monat heruntergeladen. Die Bandbreite reicht vom Pädokriminellen bis zum User, der wahllos sucht und ignoriert, dass er sich gerade die Einstiegsdroge besorgt." – Spiegel Online vom 20.11.2008 spiegel.de
Angeblich ist unser Land einer permanenten enormen Terrorgefahr ausgesetzt. Eigentlich ein Wunder, dass noch nichts passiert ist. Ich würde sagen entweder sind unsere Ermittlungsbehörden unglaublich effizient UND bescheiden oder es passiert doch nichts und es ist nur heiße Luft. Bei den ganzen Kinderschändern die durch unser Land laufen müssten eigentlich auch schon alle Schulen und Kindergärten in waffenstarrende Festungen verwandelt worden sein.
Wie auch mit den bösen Raubmordkopierern, falls tatsächlich jedes gestreamte Lied und jeder heruntergeladene Film ein entgangener Verkauf ist, dann sollten alle Verkäufer dieser Medien beten, dass das Internet niemals ausfällt sonst dürften sie von plündernden Horden überrannt werden.
Kaum einem Protagonisten in diesem traurigen Spiel war mit Vernunft beizukommen und falls doch so trat sofort ein anderer Angstverbreiter auf die Bühne. Nachdem wir die letzten Jahre so schön geängstigt und mit Propaganda zugemüllt wurden, möchte ich mich nun gerne an diesem Spiel beteiligen. Wer würde sich dafür besser eignen als das Schreckgespenst schlechthin aus unserer deutschen Vergangenheit: „die alten Nazis“:
Die Parallelen sind doch erstaunlich, damals wie heute suchte man nach Feindbildern um im Angesicht ihrer Gefahr seine eigenen Ideologien und Ziele durchsetzen zu können. Sobald die Bevölkerung genügend abgelenkt ist und man ihr die benötigte Legitimation abgerungen hat, kann man tun und lassen was man möchte. Dabei ist es eigentlich völlig egal ob man es „Ermächtigungsgesetz“ oder „Zugangserschwerungsgesetz“ nennt.
Nachdem man die öffentliche Meinung so schön gebildet hat wird meist Stück für Stück weiter gemacht teils heimlich und unbemerkt von Allen die nicht direkt betroffen sind oder öffentlich mittels immer neuer Feindbilder.
Am Ende stehen dann Deportation, Vernichtungslager, Nachbarn die nicht mehr da sind, Denunziantentum und schlussendlich ein Weltkrieg, die totale Vernichtung und ein ratloses Volk, dass am Boden und liegt und sich fragt wie es nur so weit kommen konnte.
Wenn man die Deutschen nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Nazis gefragt hat, warum sie nichts gegen das Unrecht unternommen oder noch schlimmer an diesem Unrecht mitgewirkt haben so bekommt man meist die immer gleichen stereotypen Antworten:
- „Ich wusste von nichts.“
- „Ich habe nur Befehle befolgt.“
- „So schlimm war das doch nicht.“
- „Wer hätte DASS denn denken können?“
…
Es ist vor aller Augen geschehen und doch hat angeblich niemand etwas bemerkt. Genauso wenig hat sich Jemand schuldig gefühlt, an dem was passiert war. Martin Niemöller hat es sehr sehr schön zusammen gefasst:
„Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.“
Dieses Gedicht zeigt sehr schön die Geisteshaltung vieler Menschen, sie haben zwar bemerkt dass etwas schief lief haben aber nichts getan weil sie es nicht betraf, und dann als sie an der Reihe waren drangsaliert und deportiert oder an die Front geschickt zu werden, war es zu spät. Durch ihr Nichtstun haben sie das Unrecht anerkannt und es gab für sie keinen Ausweg mehr.
Ich bemerke das gleiche Problem, wenn ich mit meinen Mitmenschen spreche. Weise ich auf die Gefahren hin die sich bei einigen Bestrebungen der Bundesregierung oder der EU auftun (ELENA, elektronischer Personalausweis, Vorratsdatenspeicherung, Kameraüberwachung, „Rasterfahndungen“, usw. …) bekomme ich oftmals zu hören:
- „Das wird schon nicht passieren.“
- „Die werden das schon nicht tun."
- „Ich bin so interessant wie Hein Duckdich.“
- „Ich finde es gut, dass die endlich was tun.“
Am Schlimmsten finde ich es, wenn ich ein lapidares: „Interessiert mich nicht“ zu hören bekomme.
Mir scheint es oftmals als würden die Menschen nur bis zum TV-Bildschirm und zurückdenken: „Die wollen bösen Menschen das Handwerk legen, das ist gut so“.
Ich habe zur Zeit der Nazi-Diktatur nicht gelebt ich kann mir nur vorstellen wie die Welt damals war jedoch vermute ich, dass die Menschen damals nicht dumm und blöd waren sondern schlicht die Augen vor der Realität verschlossen haben und/oder desinteressiert waren. So wirken auf mich auch die Aussagen meiner Zeitgenossen, wie pures Desinteresse und „Nicht-weiter-denken“.
Ist es denn so schwer vorstellbar, dass erhobene Daten miteinander verknüpft, Befugnisse und Praktiken im Heimlichen weiter ausgedehnt werden und das der Staat und die Konzerne nicht immer ehrlich zu uns sind? Sonst sagt doch auch jeder das wir an jeder Ecke (Entschuldigung) beschissen werden.
In einem Rechtsstaat gilt, und das unterscheidet ihn von einem Unrechtsstaat, die „ Unschuldsvermutung“ und doch gilt dieses Prinzip an einigen Stellen nicht mehr. Beispiel dafür sind die Männer die Massengentests aus verschiedenen Gründen verweigern, sie sehen sich den verschiedensten Repressionen und von staatlicher Seite und auch ihren Mitmenschen ausgesetzt. Sie könnten ja Verbrecher sein.
Das gab es bei den Nationalsozialisten unter Hitler auch, dort wurden Juden verfolgt weil sie angeblich das Böse schlecht hin waren und jeder einzelne Jude wurde deswegen gejagt. Hier wurden Menschen verfolgt, die nichts getan haben, einfach weil sie ja böse sein könnten. Ist das rechtmäßig? Wollen wir das? Darf das sein?
Wir wollen kinderpornographische Inhalte im Internetsperren, schön und gut, aber wer garantiert uns dass es dabei bleibt? Die gleichen Behörden die Männer verfolgen weil sie eben Männer sind und an einem bestimmten Ort leben? Das glaube ich nicht, Tim!
Wer garantiert uns das die Mautstellen an der Autobahn nicht alle Kennzeichen scannen und speichern, wie es bei den angeblich nicht-speichernden „Nackt-Körperscannern“ schon ist Wer sagt uns das die Aufnahmen der vielen Überwachungskameras nicht mit diesen und den Daten aus den Personalausweisdatenbanken zusammen geführt werden (Bewegungsprofile). Bis zum Bekanntwerden zurückgetretene Innenminister oder tote CDU-Politiker, die in ihrer panischen Angst und wildem Aktionismus alles beschließen? Das glaube ich nicht, Tim!
Warum soll das Versammlungsrecht, das Recht auf Demonstration und Meinungsäußerung eingeschränkt werden? Ich verstehe es nicht!
„Als die Regierung die Bürgerrechtler holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Bürgerrechtler.Als sie die Demonstranten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Demonstrant.Als sie die Moslems holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Moslem.Als sie alle unsere Daten wollten,
habe ich geschwiegen,
ich hatte ja nichts zu verbergen.Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.“
Mir wird schlecht dabei, wenn ich daran denke das sie Nationalsozialisten unsere heutige Technik zur Verfügung gehabt hätten.
In diesem Sinne, wir sehen uns im Güterzug nach Nirgendwo…
Anmerkung zu diesem Artikel:
Ich habe diesen Text vor Veröffentlichung mehreren Personen zu lesen gegeben um eine allgemeine Meinung einzuholen. Man warnte mich davor Bezüge mit den Nationalsozialisten herzustellen, da man sich damit immer in Ecke mit den Menschen stellen würde, die den Holocaust nicht ernst nehmen, oder den im Text angegriffenen Personen unterstellen würde etwas wie den Holocaust zu beabsichtigen. Um es klar zu stellen, ich zweifle nicht das der Holocaust so stattgefunden hat, wie er in der Geschichte festgehalten wurde. Ich nenne in meinem Text auch keine Namen, so kann mich auch niemand damit zitieren ich hätte XY als Rechtradikalen oder Holocaustleugner bezeichnet. Falls jemand meint dass dieser Text trotzdem noch unheimlich böse ist und politisch total unkorrekt dem empfehle ich diese Version hier, ganz ohne Nazis.
Nichtsdestotrotz finde ich die Parelellen im Agieren der Personen die unsere Rechte einschränken wollen erschreckend.
Die Links die im Text gesetzt sind, sind größtenteils Spontanfunde aus Internetsuchmaschinen oder direkt aus der Wikipedia, es geht allein darum euch, die Leser, zum Denken zu bewegen. Falls ihr wirklich allen Links folgt, und aufmerksam lest und euch eure eigenen Gedanken macht, solltet ihr lange beschäftigt sein.
Update:
Hier noch was Aktuelles zu der Freiwilligkeit von DNA-Tests.